Der Ramadan 2009 hat begonnen.

Woher kommt Ramadan?
Das Wort Ramadan ist arabischen Ursprungs. Der Ramadan ist der 9. Monat des Mondkalenders, in dem Muhammed mit 40 Jahren sein erstes Offenbarungserlebnis hatte. Der Erzengel Gabriel offenbarte dem Propheten Mohamed s.A. in dieser Sure:

Lies im Namen deines Herren, welcher schuf; welcher den Menschen schuf aus einem Embryo; Lies; denn dein Herr ist der Allgütige, der den Menschen mit der Feder lehrt; den Menschen lehrt, was er nicht weiß. (96:1-5)1.

Diese Offenbarung war der Beginn als Propheten Mohamed, während der Erzengel die Religion des Islam verkündete. Somit wurden Mohamed nach und nach die 114 Suren des Korans entsandt. In der Sure 2 ist über die Pflicht des Fastens niedergeschrieben, Zitat aus 2:183:

O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr (Allah) fürchten.

Diese Sure überliefert das Fasten im Monat Ramazan, was tagsüber das Essen, Trinken, Rauchen, Beischlaf, Fluchen und weitere unschöne Dinge zu tun verbietet. Ausgenommen sind Kranke, Kinder, Reisende und schwangere Frauen. Zitat aus dem Koran, Sure 2:187:

Es ist euch erlaubt, euch in der Nacht des Fastens euren Frauen zu nähern; sie sind Geborgenheit für euch und ihr seid Geborgenheit für sie. Allah weiß, daß ihr gegen euch selbst trügerisch gehandelt habt, und Er wandte euch Seine Gnade wieder zu und vergab euch. So pflegt nun Verkehr mit ihnen und trachtet nach dem, was Allah für euch bestimmt hat. Und esset und trinkt, bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgendämmerung für euch erkennbar wird. Danach vollendet das Fasten bis zur Nacht. Und pflegt keinen Verkehr mit ihnen, während ihr euch in die Moscheen zurückgezogen habt. Dies sind die Schranken Allahs, so kommt ihnen nicht nahe! So erklärt Allah den Menschen Seine Zeichen. Vielleicht werden sie (Ihn) fürchten.

Wieso fasten Moslem immer zu unterschiedlichen Jahreszeiten?
Da der islamische Mondkalender sich gegenüber dem christlichen Kalender um 10 Tage vorverschiebt, somit verschiebt sich Monat Ramadan, also die Fastenzeit vom Winter in den Sommer und umgekehrt. Der Winter ist zum Fasten vier erträglicher, da die Tage kürzer und kälter sind. Da nun Ramadan dieses Jahr im Hochsommer liegt, ist es für die Moslems nicht einfach, da die Tage viel heisser und länger sind.

Ich werde oft gefragt, wieso fastet ein Moslem am Ramadan?
Erstens ist es Pflicht zu Fasten und zweitens man solle sich mit den Armen dieser Welt beschäftigen und alle Moslems müssen an Bedürftige spenden, auch wenn sie selbst arm sind. Das Fasten (Oruc) im Ramadan ist ein der fünf Säulen im Islam(Islamın Şartı Beştir). Zu Ihnen gehören die Glaubensbekenntnis (Kelime-i şehadet getirmek), die tägliche Gebetspraktiken (Namaz) zu fünf Tageszeiten, das Spenden von Almosen(Zekat) einmal im Jahr und die Pilgerreise nach Mekka (Hac) einmal im Leben.

Man solle sich beim Fasten fühlen wie die Arme und Obdachlosen, die weniger als Du und ich zu Essen haben. Niedergeschrieben in Sure 2 Absatz 184:

Und denen, die es mit großer Mühe ertragen können, ist als Ersatz die Speisung eines Armen auferlegt. Und wenn jemand freiwillig Gutes tut, so ist es besser für ihn. Und daß ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr es (nur) wüßtet!

Also alleine das Fasten im Ramadan reicht nicht aus. Ramadan steht für Beten, Fasten, Teilen, die inneren Reinigung, die echte Solidarität und die Zeit der Versöhnung.

Wann darf ein Moslem essen und trinken?
Abends am Sonnenuntergang beginnt dann die Eröffnung des Essen oder der Abbruch des Fastens mit einer Dattel, einem Glas Wasser und einem Gebet. Bis zum Morgengrauen herrscht Trubel in der islamisch arabischen Welt. Nachts strahlen die Fernsehsender die besten Serien und Shows aus, Freunde und Verwandte werden zum Abendessen eingeladen und besuchen sich bis in die frühen Morgenstunden wird gegessen, gefeiert und gebetet. Abschnitt aus Sure 2 Absatz 187:

Und esset und trinkt, bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgendämmerung für euch erkennbar wird. Danach vollendet das Fasten bis zur Nacht.

Worauf sollte man über Ramadan als Aussenstehende achten?
Man sollte die fastende Moslems respektieren. Bieten Sie nicht einem Moslem eine Zigarette, einen Schluck Wasser an oder zum Essen. Und bitte ich euch jene, die nicht dran glauben oder teilhaben wollen, keine dummen Sprüche über die Moslems und Ihre Ramadan-Tradition zu machen.

Hierzu kenne ich eine Story aus dem Vorort Buldan von Denizli in der Türkei, die im Ramadan wirklich passiert ist. Zwei Jugendliche sind auf einer beliebten Einkaufsstrasse gehen spazieren, da holt einer der Jugendlichen eine Zigarettenschattel und zündet sich ein Zigarette. Entgegen kommt ein alter Mann und sagt: Willst du der einizige Narr im Dorf sein, der mit einer Kippe im Mund spazieren geht? Vor Scham wurf der Jugendliche die Zigarrette zu Boden und sucht die Ferne.

Wie lange dauert der Ramadan?
Ein Abschnit aus Sure 2 Absatz 184:

Es sind nur abgezählte Tage. Und wer von euch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten).

Der Ramadan dauert 30 Tage, sie beginnt heute, am 21. August 2009, und endet am 19. Sep. 2009. Danach wird drei Tage und Nächte das Ende von Ramadan mit Familien und Freunden gefeiert. Um „Ramazanbayrami“ zeilzunehmen bekommen die Kinder in den Schulen in der Türkei drei Tage in der Schulzeit frei.

Wir, Familie Celik, wünschen Ihnen eine segensreiche und besinnliche Fastenzeit und alles Gute für Sie und Ihre Familie und Ihre Freunde.

Hayırlı Ramazanlar. رَمَضان كَرِيم